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Die Quitte - ein echter Allrounder

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Die Quitte gehört zu den Kernobstgewächsen (Pyrinae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und wird als Obstbaum kultiviert. Der Begriff "Marmelade" stammt vermutlich vom portugiesischen Wort für Quitte ab („marmelo“). 

 

Merkmale der Pflanze

Cydonia oblonga ist ein laubabwerfender Strauch oder kleiner Baum, der Wuchshöhen von 4 bis 8 Meter erreicht. Quittenbäume können bis zu 50 Jahre alt werden – im Vergleich zu Apfel- oder Birnbäumen ist das eine kurze Lebensdauer.

 

Die zwittrigen Blüten stehen an der Spitze einjähriger Zweige. Die Quitte blüht von Mai bis Juni. Es gibt sowohl selbstfruchtbare als auch selbstunfruchtbare Sorten. Bestäuber sind vor allem kleine Hummeln und andere Bienenverwandte. Die meisten Sorten sind zwar selbstfertil, jedoch fördert die Fremdbestäubung den Fruchtansatz meist bedeutend.

 

Die Quitte trägt vier bis acht Jahre nach ihrer Pflanzung die ersten Früchte. Die Vermehrung der Kultursorten aus Stecklingen oder Abrissen gelingt nur manchmal. Die im Handel erhältlichen Pflanzen sind meist durch Aufpfropfen veredelt. 

 

Die gelbe, duftende, kurz behaarte, vielsamige Frucht weist bei der Wildform einen Durchmesser von 3 cm bis 5 cm auf, kultivierte Sorten können deutlich größere Früchte bilden. Die größten Früchte trägt die Sorte 'Lescovac' mit bis zu 1,5 kg. Sie gehört zu den letzten Früchten im Saisonkalender und wird von September bis hinein in den November geerntet. 

 

Die Ausbreitung der Früchte erfolgt bevorzugt durch den Siebenschläfer. 

 

Inhaltsstoffe 

Die Samen enthalten Schleimstoffe, giftige cyanogene Glycoside und Öl. Die Quittenfrucht selber enthält viel Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor, Tannine, Gerbsäure, organische Säuren, viel Pektin und Schleimstoffe. Der angenehm empfundene Duft ist auf mindestens 80 Duftstoffe zurückzuführen, die v. a. aus Estern bestehen. 

 

Anfälligkeit gegenüber Schaderregern

Quitten gelten als widerstandsfähig gegenüber tierischen Schaderregern. Häufige Pilzerkrankungen sind Blattpseudomonas und Spitzendürre (Monilia). Eine große Gefahr stellt der durch Bakterien ausgelöste Feuerbrand dar. Eine weitere Krankheit ist der durch Phytoplasmen bedingte Birnenverfall. Eine empfindliche, weitverbreitete Sorte ist beispielsweise die 'Konstantinopler Apfelquitte', geringe Anfälligkeit zeigen hingegen die 'Portugiesische Birnenquitte' oder die 'Bereczki'. 

 

Standortbedingungen 

Quitten bevorzugen warme, humus- und nährstoffreiche Böden mit ausreichender Durchlüftung und genügender Feuchtigkeit. Ausgesprochen kalte und nasse Böden sind unbedingt zu meiden, windgeschützte Lagen sind dagegen zu bevorzugen. Zudem ist ausreichende Kalium- sowie Kalkversorgung im Boden wichtig. Bei zu hohen Calciumgehalten im Boden kann es zu Chlorosen (Gelbsucht) kommen. Aufgrund der Herkunft aus Vorderasien gibt es kaum Probleme bei hohen Temperaturen, Fröste von mehr als −20 °C können jedoch zu Frostschädigungen führen. 

 

Lagerfähigkeit der Früchte

Da Quitten sind sehr druckempfindlich sind, sollten die Früchte in einer mit Zeitung oder Holzwolle ausgelegten Kiste einlagig aufbewahrt werden. Bei niedrigen Temperaturen von 12 bis 15 Grad können sie monatelang gelagert werden. 

 

Verwendung in der Küche 

Die Quitte ist nicht nur dekorativ für den heimischen Garten, sondern lässt sich auch zu Sirup, Gelee, Mus, Likör, Schnaps oder Quittenbrot verarbeiten. Die harten Früchte sind zwar oftmals sehr sauer, besitzen jedoch auch feine Aromen. 

 

Die Quitte als Heilpflanze 

Quittensamen wurden (unzerkleinert, da sonst Blausäure aus Amygdalin frei wird) in der Volksheilkunde zur Bereitung eines Schleimes verwendet, der als Hustenreiz linderndes und mild abführendes Mittel gilt. Äußerlich kommt er in Salben oder Cremes unter anderem bei rissiger Haut, aufgesprungenen Lippen, wunden Brustwarzen, Verbrennungen, Wundliegen oder Hämorrhoiden zum Einsatz. Auch in der Kosmetik findet die Pflanze Anwendung. 

 

Einsatz als Duftspender

Reife Quitten kann man als Duftspender einsetzen, die ein angenehmes Aroma verströmen. Früher wurden Quitten als natürliches Duftmittel zur frischen Wäsche gelegt.

 

Text, Foto: Josef Stein