Zeit zu ernten und die Beete zu räumen – oder doch erst später?
Im Gemüsebeet:
Zucchini, Tomaten, Paprika, Kartoffeln, etc. wurden schon Ende September aus den Gemüsebeeten abgeerntet. Andere Gemüsearten hingegen können ruhig noch bis zu den ersten strengeren Frösten im Beet bleiben, weil sie bei schönen Herbsttagen noch kräftig an Masse und Inhaltsstoffen zulegen. Da muss der erste Oktoberfrost noch kein Ende bedeuten. Zur Überbrückung der kommenden frostigen Nächte haben sich Gartenvliese, jene, die auch im Frühjahr zur Kulturverfrühung eingesetzt wurden, bestens bewährt. Wichtig ist das für Kulturen wie Endiviensalat, Chinakohl, Kohlrabi, Salat, Radieschen, Sellerie, Kraut, Brokkoli, Mangold und Rettichen, die - entsprechend geschützt – so Nächte bis zu -7 °C gut überstehen können.
Gemüsearten wie Wirsing, Spinat, Feldsalat, Winterzwiebeln, Löffelkraut, Winterportulak, Winterlauch, Topinambur, Schwarzwurzel, Wurzelpetersilie oder Meerrettich können den ganzen Winter über auf ihre Ernte warten, da ihnen Fröste nichts ausmachen. Um ihren Geschmack vollständig zu entfalten, benötigen Grünkohl, Pastinake, Rosenkohl und Steckrübe sogar ein paar Frostnächte. Bei starken Frösten unter -20°C sollten jedoch auch diese Kulturen mit einem Gartenvlies abgedeckt werden.
Die freigewordenen Stellen im Beet sollten idealerweise den Herbst über nicht unbedeckt bleiben. Bei offenen Boden werden Nährstoffe, vorrangig Stickstoff und Humus durch Regen und Wind leicht ausgewaschen- bzw. verweht. Zudem leidet das Bodenleben durch Austrocknung und stark schwankende Temperaturen im Herbst. Dies kann durch Mulchen, dem Bedecken des Bodens mit Pflanzenteilen wie Rasenschnittgut, Falllaub oder Nadelbaumzweigen, etc. verhindert werden. Bis Mitte - Ende Oktober kann auch noch eine Grüneinsaat vorgenommen werden. Durch das Einsähen von Winterroggen, Phazelia, Spinat oder Kresse wird der Boden schnell bedeckt, die Pflänzchen nehmen freien Sticksoff auf, der dann im Frühjahr durch die zersetzten Grüneinsaatpflanzen wieder freigesetzt wird und nicht im Herbst in tiefere Bodenschichten einsickert.
Eine spezielle Art der Grüneinsaat ist die Gründüngung, das Einsäen von Stickstoffbindenden Pflanzen (Leguminosen). Das hat den Vorteil, dass zusätzlich Stickstoff aus der Luft pflanzenverfügbar gebunden wird, der dann beim Umgraben und Einarbeiten der Gründüngung in den Boden im Frühjahr den neuen Pflanzen zur Verfügungen steht. Als Gründüngung im Hausgarten eigenen sich Inkarnatklee oder Winterwicke. Winterraps als Gründüngung hingegen ist im Sinne der Fruchtfolge auf Beeten zu meiden. Raps zählt wie Rettich und sämtliche Kohlarten zur Familie der Kreuzblütler und werden somit von den gleichen Krankheiten und Schädlingen wie Kohlfliege und Kohlhernie befallen.
Im Staudenbeet:
Früher hat man Staudenflächen und zum Teil gleich auch die Ziergehölze im Herbst abgeschnitten. Im Ergebnis ergab das Berge von Schnittgut. Heute lässt man insbesondere Spätsommer- und Herbstblüher einfach stehen und abblühen. Es sind viele mit schönen, spätestens bei Raureif überraschend dekorativen Fruchtstände dabei. Dazu gehören Stauden wie Fetthenne, Herbst Anemonen, Karden v. a. aber auch Gräser. Der Gartenbesitzer profitiert in mehrerer Weisen vom „Untätig sein im Staudenbeet“:
Der Genuss eines strukturreichen „Wintergartens“ bietet den Nützlingen in den Staudenhorsten Unterschlupf und Nahrung. Der Boden bleibt bedeckt und die Nährstoffe des abgestorbenen Materials gelangen bis zum Frühling wieder zurück in den Boden. Für ein ordentliches Erscheinungsbild sind nur wenige, vielleicht unter einer vorübergehenden Schneelast umgeknickte Staudenpartien zu entfernen. Einzelne, etwas empfindlicher Arten aus Trockengebieten schütz man vor der winterlichen Feuchtigkeit, indem man deren Blattschöpfe zusammenbindet. Dazu gehören das Pampasgras, die Fackellilie und die Palmlilie. Ein paar mit der Schnittstelle nach oben dachartig darüber gelegten Fichtenzweigen geben zusätzlichen Winterschutz.
Text, Foto: Josef Stein





