Apfelfest in Haberland ein voller Erfolg
Am 8. Oktober luden die 19 Gartenbauvereine zum Apfelfest im Sortenerhaltungsgarten in Haberland ein. Das Fest wird in bester Erinnerung bleiben: Den Besuchern, die von Anfang bis zum Schluss zu Hunderten kamen; den Mitgliedern unserer Gartenbauvereine, die sich mächtig ins Zeug gelegt und alles hervorragend organisiert hatten - und zuletzt den Pomologen (Obstexperten), die sich über das riesige Interesse der Besucher freuten und ihr Wissen mit Begeisterung weitergaben.
Die Gemeinde Saaldorf-Surheim stellte 10 Christkindelsmarkt-Hüttchen zur Verfügung, die die Gartenbauvereine wundervoll dekorierten und für das Fest bespielten. Kulinarisch deckten die Gartenbauvereine aus Laufen, Strass, Aufham und Teisendorf das Angebot mit belegten Broten mit Käse, Most, Marmeladen, Likören und Waffeln mit Apfelmus ab. Viele Kinder beobachteten mit funkelnden Augen, wie der OGV Marktschellenberg das ganze Fest hindurch frischen Apfelsaft presste, der dann zum Verkauf angeboten wurde. Die Bischofswieser unterstützten sie dabei und boten Apfeltee und liebevoll gebastelte Kunstwerke aus Stroh an. Um das Fest familienfreundlich zu gestalten, setzten die Vereine zum einen günstige Preise für Kaffee, Kuchen, Getränkte und Essen an, zum anderen wurde ein Fokus auf Angebote für Kinder gelegt. So konnten die Kleinen Herbst- und Schmuckkränze binden (OGV Weildorf, OGV Freilassing). Dabei war das Interesse so groß, dass die beiden Vereine schon Stunden vor Ende der Veranstaltung die Tischdeko verwendeten, damit weitergebastelt werden konnte. Ebenfalls gebastelt wurde am Stand der Vereine Au und Schönau. Mit den vorbereiteten Holzsets konnte man vor Ort Vogelhäuschen basteln – oder kaufen und zuhause zusammenbauen oder verschenken. Die Sinne wurden am Stand des Ainringer Vereins angesprochen. Mit dem Motto „Obst mit allen Sinnen“ luden sie die kleinen und großen Besucher zum Rätselraten durch Fühlen, ‚Riechen, Schmecken und ‚Ertasten von Früchten ein. Als Preis gab es – wie sollte es anders sein – einen Apfel. Ein weiteres Highlight stellte auch das Obstraupenrennen dar. Auf zwei Feldern konnte man mit einer Obstraupe, einer akkubetriebenen Obstauflesemaschiene, ausgestreute Tennisbälle aufsammeln. Der OGV Anger organisierte neben einer Ausstellung zum Thema „Tiere auf der Streuobstwiese“ mit Sortenschau, Tierpräparaten und Infomaterialien ein Streuobstquiz. Am aufwändig dekorierten Stand des Oberteisendorfer Vereins konnten die Besucher das breite Angebot obstlicher Kosmetik bestaunen. Neben den vielfältigen Angeboten informierten die Standlbetreiber über Arbeit in den Vereine wie den Kindergruppen, der Anlage und Pflege öffentlicher Flächen oder Kursangeboten.
Eine durchgängige Schlange bildete sich auch vor dem Beratungsstand der Pomologen. Silja Horak, Andreas Salzlechner (beide Salzburg), die beiden ehemaligen Kreisfachberater Markus Putzhammer und Sepp Stein sen., sowie Georg Loferer (Apfel.Birne.Berge) bestimmten die von den Besuchern mitgebrachten Äpfel und Birnen. Alle Obstkundler waren sich darin einig: „Es war eine Riesenfreude auf ein derart großes Interesse an Obstsorten zu stoßen. Die Gelegenheit, die Fruchtproben mit vier weiteren Experten zu diskutieren zu können, machte die Sache noch interessanter“. Trotz der sehr schwachen Ernte in diesem Jahr gelang es den Vereinen mit Hilfe der Pomologen, eine Obstsortenschau mit über 100 Apfel, Birnen- und Quittensorten aufzubauen. Auch diese Schau erfreute sich sehr großer Beliebtheit und wurde durchgehend von interessierten Besuchern bestaunt.
„Jetzt weiß jeder, wo Haberland liegt. So viele Menschen waren noch nie in unserem Dorf“ staunte Andreas Buchwinkler, Eigentümer der Fläche. Mit dem Apfelfest präsentierten sich die Gartenbauvereine und ihre Arbeit von der Schokoladenseite. Auch der Sortenerhaltungsgarten ist für viele Leute nun ein bekannter und interessanter Ort. Kreisgartenfachberater Sepp Stein und Georg Loferer boten im Verlauf des Festes drei gut besuchte Führungen durch den Garten an. Neben Erklärungen zu Entstehung des Projekts Apfel.Birne.Berge und dem daraus entstanden Erhaltungsgarten berichteten die beiden unter anderem von den Besonderheiten des Standortes sowie von der Wichtigkeit, alte Obstsorten zu erhalten. Um letzteres zu erreichen, ist es wichtig, dass die hier „gesicherten“ seltenen Sorten in die Fläche kommen und verbreitet werden. Deshalb wurden alle Garten- und Streuobstwiesenbesitzer aufgefordert, den Erhaltungsgarten „Obsthaberland“ in den kommenden Jahren wieder zu besuchen, sich durch die an den Bäumen hängenden Früchte zu probieren und bei gefallen die Sorte durch Reiserveredelung oder Pflanzung eines vorgezogenen Baumes auf seine Fläche zu bringen.
Nach all den Angeboten luden die dekorierten, im Zentrum des Festes aufgestellten Biertische zum Ausruhen, Unterhalten, Essen und Trinken ein. Die Gartenbauvereine Saaldorf und Surheim übernahmen die Bewirtung mit. Die Jugenblaskapellen aus Leobendorf und Surheim, sowie die „Spätzünder“ aus Leobendorf steigerten dazu die Gmiatlichkeit mit ihrer Blasmusik. Grußworte, die die Arbeit der Vereine würdigten und die Wichtigkeit von Streuobstwiesen betonten, richtete Landrat Bernhard Kern, der 1. Vorstand des Landschaftspflegeverbands Anton Kern, der Sortenkenner von Apfel.Birne.Berge, Georg Loferer und der Präsident des Bayerischen Landesverbandes der Gartenbauvereine aus.
Das Fest bleibt nicht nur den Besuchern in guter Erinnerung; bei einem Nachtreffen der der veranstaltenden Vereine war man sich einig, dass nach dem ersten Apfelfest bestimmt ein zweites folgen wird. Wann dieses folgen wird, bleibt jedoch noch offen.
Josef Stein
































