OGV Ainring: Goldwerte Lehrstunden für jeden Baumbesitzer
Obst- und Gartenbauverein Ainring führte Baumschneidekurs durch
Obstbäume rein nach Gefühl zu schneiden ist keine sehr gute Idee. Das stellten einige der 19 Teilnehmer am Baumschneidekurs des Obst- und Gartenbauvereins Ainring fest. Es gibt tatsächlich erstaunlich viel zu beachten. Aber es ist kein Hexenwerk, besonders wenn man die Kenntnisse so kompetent vermittelt bekommt, wie vom Kreisvorsitzenden Gerhard Fendt.
In der Garage eines landwirtschaftlichen Anwesens in Mürack wurden die Gartenfreunde erst einmal theoretisch unterrichtet.
Wer eine gute Ernte einfahren will, muss allerhand beachten. Das geht schon beim richtigen Einpflanzen los. Das Pflanzloch muss 50 cm tief und 70 cm breit sein mit einem Wühlmauskorb versehen und mit frischer Pflanzerde aufgefüllt werden. Die Veredelungsstelle muss über dem Boden sein und dazu braucht es einen stabilen Pfahl und einen Gießrand. Der Referent mahnte noch an, nicht zu vergessen, die Stämme zu kalken oder einzupacken, um Frostschäden durch gravierende Temperaturunterschiede zu verhindern. Gegebenenfalls ist auch ein Verbiss-Schutz nötig.
Ein Walnussbaum und eine Kirsche würde sich in feuchtem Boden nicht wohl fühlen, eine Zwetschge jedoch schon. Apfel und Birne reihen sich in der Mitte ein.
Düngen ist sehr wichtig. Es empfiehlt sich Anfang März Kalimagnesium im Kronenbereich zu geben. Asche verträgt es nur einmal im Jahr. Sehr kleine Triebe deuten auf Stickstoffmangel hin. Dann braucht es diesen zusätzlich.
Wenn ein Baum wächst, muss er gut gepflegt werden. Februar und März sind gute Monate für einen Pflegeschnitt. Im Sommer nach der Ernte ist dies auch möglich, dann ist sogar die Wundheilung besser und man verhindert zudem zu starkes Austreiben. Kranke Äste müssen natürlich immer rausgeschnitten werden sobald man welche entdeckt, erklärte Gerhard Fendt.
In zwei Gruppen wurde am Baum weiter gelernt und geübt. Hier teilte der Baumwart des Vereins, Leon Heuer, sein umfassendes Wissen. Der Pflanzschnitt am Jungbaum mit Mitteltrieb und drei Leitästen wurde erklärt und gezeigt. Ein schöner großer Apfelbaum stellte sich freundlicherweise als praktisches Übungsobjekt zur Verfügung. Die hohen, senkrechten Triebe wurden ihm entfernt und einige größere Äste auf kleine abgeleitet. Altes Fruchtholz unten machte Platz für Neues das von oben herunterkommen darf. Dass ein Hut durch die Krone geworfen werden kann ist eine überholte Lehrmeinung. Es gilt nun: besser wenige große als viele kleine Schnitte zu machen. Unbedingt müssen diese mit sauberem, scharfem Werkzeug schräg nicht zu weit von der Knospe weg durchgeführt werden.
Auf alle Fälle haben die Teilnehmer sehr viel gelernt und können nun ihren eigenen Bäumen Gutes tun. Wer die Kenntnisse vertiefen will, meldet sich einfach nächstes Jahr wieder zum Kurs an. Und falls jemand bei einer Quiz-Show mitmachen sollte, bei der die Frage nach einer Saftwaage gestellt wird, kann diese nun kompetent beantwortet werden. ;-)
Fotos und Text: Ilse Dolleisch





