Brauchtumskunde mit dem Gartenbauverein Anger
Endlich ist es wieder möglich , dass der Obst-und Gartenbauverein Anger mit den beiden 3.Klassen Palmbesen bindet. Die Kinder lernen dabei nicht nur die Technik des Bindens kennen, sondern erfahren auch allerhand Wissenswertes über den alten Brauch.
Voller Vorfreude wurde die Vorsitzende des Angerer Gartenbauvereins Doris Baumgartner mit 4 Helfern begrüßt. Mitgebracht hatten sie alles, was man dazu braucht: Verschiedene Arten von Palmkatzerl - die eigentlich Salweide heißt - Buchs-,Wacholder-, Zedern-und Stechpalmenzweige sowie Korbweide zum Umwickeln. Haselnussstöcke und das nötige Werkzeug.
„Woran erinnert der Brauch des Palmbesentragens?“ Viele Schüler wussten natürlich, dass die Christen damit des Einzugs Jesu in Jerusalem gedenken, bei dem ihm die Menschen mit Palmzweigen zugejubelt hatten. Früher wurden die Gottesdienste in lateinischer Sprache gehalten. Deshalb werden Stationen aus dem Leben Jesu bildlich dargestellt, wie die Weihnachtskrippen, Kreuzweg oder das Hl. Grab. Da es bei uns keine Palmzweige gibt werden diese mit den frühblühenden Weidenkätzchen und immergrünen Zweigen ersetzt. Erklärte Doris Baumgartner. 7 an der Zahl. Die Zahl 7 ist eine „Extrawurst“, zum Beispiel nicht teilbar und ist überall vertreten. Die 7 Sakramente, die 7 Todsünden, die 7 Tage der Woche und in vielen Märchen ist die Zahl 7 präsent.
Die Kinder erfuhren auch, welche Bedeutung und Heilwirkung den Pflanzen zugeschrieben wird sowie botanische Besonderheiten. So der Haselnussstecken, der senkrecht in die Erde gesteckt als „Blitzableiter“ die Verbindung zwischen Himmel und Erde symbolisiert. Nicht fehlen durfte der Hinweis über die Giftwirkung von Buchs und vor allem der Eibe, „die sogar ein Pferd umbringen kann“.
Über 400 Arten der Weide gibt es. Nach der Weihe am Palmsonntag findet der Palmbesen im Herrgottswinkel oder Feld und Garten seinen Platz, wo er vor Unheil schützen soll. Nach der Brauchtumskunde ging es an die Arbeit, die doch einiges an handwerklichem Geschick erforderte. Mit tatkräftiger Unterstützung der Helfer vom Gartenbauverein und der Fachlehrerin Angelika Maier-Hauck entstanden nach und nach prächtige und sehr individuell gestaltete Palmbesen. Hier geht es um die Freude und den Stolz der Kinder, den Palmbesen selbst gebunden zu haben, hob Doris Baumgartner den pädagogischen Wert der Aktion hervor. Dieser Stolz war nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren, als die Schüler ihre „Werke“ nach getaner Arbeit gemeinsam herzeigten.
Diese Schulstunden sind ein Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen Gartenbauverein und Schule und immer eine willkommene Abwechslung im Schulalltag.





